Therapieansatz ist es, dass die Kinder durch die Hörspracherziehung eine normale Lautsprache erlernen und nicht auf Gebärdensprache angewiesen sind.

Die Hörspracherziehung ist in ihrem Konzept von der zu entwickelnden Hörfähigkeit hörgeschädigter Kinder geprägt. Erkenntnisse in Pädagogik, Medizin und Technik ermöglichen es heute, dass auch hochgradig hörgeschädigte Kinder hören lernen und eine wohlklingende und natürliche Lautsprache entwickeln. Dadurch wird eine Grundlage für ihre gesellschaftliche Eingliederung geschaffen (§39 BSHG).



Förderung

Das Ziel der pädagogischen Arbeit der Interessengemeinschaft ist die Förderung hörbehinderter Kinder mit den Mitteln der Hörspracherziehung in einer gebärdenfreien Umgebung, um eine bestmögliche Integration in die Gesellschaft zu erzielen. Zentrale Bestandteile des Konzeptes sind:

  • Entwicklung und Training der Hörfähigkeit mit dem Ziel, Fortschritte im Verstehen gesprochener Sprache und erhöhte Sprechfertigkeit und Sprechverständlichkeit zu erlangen.

  • Früher und bester Gebrauch medizinisch und technologischer Hilfen (z.B. Hochleistungshörgeräte oder CI), um den größtmöglichen Gewinn an Hörfähigkeit zu erzielen.

  • Förderung der Kinder in der Familie, um die Eltern durch ein umfassendes Maß an Information, Kooperation und Beratung in den Entwicklungsprozess einzubeziehen.

  • Die Diagnose "Gehörlosigkeit" ist zu einem frühen Zeitpunkt nicht als endgültig zu betrachten, weil trotz des Vorliegens eines gravierenden physiologischen Hörverlustes bei guter apparativer Versorgung und hörgerichteter Frühförderung sich eine funktionelle Hörfähigkeit entwickeln kann.

  • Die Arbeit der Interessengemeinschaft baut auf dieser Erkenntnis auf, um mit individuellen Förderkonzepten in Verbindung mit einer optimalen Hörgeräte- oder CI-Versorgung die Hörfähigkeit zu aktivieren.

  • Deshalb ist eine frühestmögliche, optimale und kontinuierliche Hörhilfeversorgung und die Entwicklung angemessener Förderkonzepte sicherzustellen.

  • Da die Auswirkungen einer Hörschädigung zu Beginn einer Förderung nicht feststehen, muss mit einem konsequenten hörgerichteten Spracherwerb begonnen werden. Die auditive Wahrnehmung der Lautsprache kann in der Sprachbildungsphase durch das gleichzeitige Angebot von visuellen Reizen (Gebärden) erschwert werden. Das Primat des Konzeptes gilt der Hörspracherziehung.



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Die Methodik der Hörspracherziehung ist in zahlreichen Monographien und Einzelpublikationen dargestellt worden. Gemeinsame Kennzeichen des methodischen Vorgehens sind:

  • die Integration des Hörens in die Persönlichkeit des hörgeschädigten Kindes

  • die Vorbereitung des Kindes auf die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft hörender und sprechender Mitmenschen

Weiterführende Informationen zu diesem Thema erhalten Sie hier: Institut für Audiopädagogik